Evangelische Akademie im Alstertal

Diese Seite soll eine Fundgrube sein, in der Sie Information und Materialien über vergangene Veranstaltungen finden und herunterladen können.

Liebe Freun­d*in­nen der Ev. Aka­de­mie im Als­ter­tal,

inzwischen be­gin­nen lang­sam wie­der die Prä­senz­got­tes­diens­te in den ein­zel­nen Ge­meinden. Sons­tige Ge­mein­de­ver­an­stal­tun­gen sind aber lei­der wei­ter­hin laut den „Hand­lungs­emp­feh­lun­gen der Nord­kir­che” mit Stand vom 18.5.2020 nicht er­laubt, da sie un­ter die Be­stim­mun­gen der staat­lich an­ge­ord­ne­ten Kon­takt­be­schrän­kun­gen fallen.

Daher haben wir in einem klei­nen Kreis von En­ga­gier­ten einen digi­talen Aka­de­mie-Got­tes­dienst in der Si­mon-Pet­rus-Kir­che Pop­pen­büt­tel auf­ge­nom­men, den Sie sich gerne ab Sonn­tag, dem 24.5. um 10 Uhr an­schau­en können. Sie fin­den ihn über die Home­page der Kir­chen­ge­mein­de Pop­pen­büttel oder direkt übers Internet auf YouTube. Dort fin­den Sie den Got­tes­dienst un­ter dem Da­tum des 24.5.

Das Thema des Aka­de­mie-Got­tes­diens­tes lau­tet: „Auf dem Weg – Ge­rech­tig­keit und Welt­han­del”. Und er reiht sich da­mit in die Ju­di­ca-Got­tes­diens­tes der Nord­kirche ein.

Diana Sanabria, die Re­fe­ren­tin für Welt­wirt­schaft aus dem Zent­rum für Mis­sion und Öku­me­ne, hat für die­sen Got­tes­dienst ein kur­zes In­for­ma­tions­vi­deo ge­macht, in dem sie die Be­deu­tung des „Lie­fer­ket­ten­ge­set­zes” er­läu­tert. Die­ses Vi­deo kön­nen Sie be­reits hier anschauen.

Zur Bedie­nung: Zum Star­ten des Vi­deos fah­ren Sie mit der Maus auf das Vi­deo­feld und klicken auf das Sym­bol Startsymbol. Eine Voll­bild­dar­stel­lung er­hal­ten Sie mit einem Klick auf das Symbol Vollbild an. Zu­rück in die nor­ma­le An­sicht kom­men Sie mit der Tas­te ESC.

Das Thema der Lie­fer­ket­ten wird uns vor­aus­sicht­lich auch im kom­men­den Aka­de­mie­halb­jahr etwas kon­kre­ter be­schäf­tigen.

Schließlich lie­gen die WUR­ZELN vie­ler Prob­leme im Be­reich welt­wei­ter Ge­rech­tig­keit ge­rade da­rin, dass Händ­ler und Kon­su­men­tin­nen – und auch wir selbst – immer wie­der WEGE ein­schla­gen, bei de­nen die Um­stän­de außer Acht ge­las­sen werden, unter de­nen ein Pro­dukt her­ge­stellt und oft über viele Sta­tio­nen wei­ter­ge­lie­fert wird, bis es schließ­lich bei uns landet.

Um den Preis dabei mög­lichst nied­rig zu hal­ten, wird von vie­len Fir­men immer noch eine Miß­ach­tung von Men­schen­rech­ten oder die Ver­schmut­zung der Um­welt in Kauf ge­nom­men. Den Preis dafür zah­len Men­schen, die sich nicht weh­ren kön­nen und/oder Gottes Schöp­fung, die auf un­se­ren Schutz an­gewiesen ist.

Auch wenn wir nicht „an den Schalt­he­beln der Macht” sit­zen, so hat trotz­dem auch un­ser Ver­hal­ten hat eine WIR­KUNG. Die­sen Ein­fluss kön­nen wir nut­zen, zum Bei­spiel durch be­wuss­te Kauf­ent­schei­dun­gen und da­durch, dass wir uns ge­gen­über der Bun­des­re­gie­rung für die Ver­ab­schie­dung eines Lie­fer­ket­ten­ge­set­zes aus­spre­chen, damit Men­schen­rech­te und Um­welt­schutz auch in den Fra­gen von Pro­duk­tion und Han­del end­lich mehr Ge­wicht bekommen!

Das Halb­jahres­thema der Ev. Aka­de­mie: WURZELN – WEGE – WIRKUNG ist also in Fragen der Ge­rech­tig­keit auch eng mit der Fra­ge­stel­lung um glo­ba­le Lie­fer­ket­ten ver­knüpft.

Für das kirch­liche En­ga­ge­ment inner­halb der „Ini­tia­tive Lie­fer­ket­ten­ge­setz” wurde übrigens der Leit­vers „Schafft Recht und Gerech­tig­keit” (Jere­mia 22,3) gewählt.

Herzliche Grüße, Ge­sund­heit, Zu­ver­sicht und Got­tes gu­ten Se­gen sen­de ich Ihnen und Euch.

Ihre/Eure Martina Dittkrist

Jeremia 22,3:
So spricht der HERR: „Sorgt für Ge­rech­tig­keit und be­freit die Be­raub­ten aus der Hand ihrer Un­ter­drücker!
Ihr sollt die Frem­den, die bei euch woh­nen, nicht aus­beuten und die Schutz­lo­sig­keit der Wai­sen oder Wit­wen nicht aus­nutzen!
Hört auf, in die­sem Land das Blut un­schul­di­ger Men­schen zu ver­gießen!”

(Gute-Nachricht-Übersetzung)

Liebe Freun­d*in­nen der Ev. Aka­de­mie im Als­ter­tal,

Mitte Mai hät­te das neue Som­mer-Halb­jahr der Ev. Aka­de­mie im Als­ter­tal be­gin­nen sollen.

Unter dem Thema „WUR­ZELN – WEGE – WIR­KUNG” wur­den be­reits Ver­an­stal­tun­gen ge­plant, die nun auf­grund der ak­tu­el­len Co­ro­na-Kri­se nicht statt­fin­den kön­nen.

Der Beginn des neuen Aka­de­mie-Pro­gramms ist zu­nächst ein­mal auf die Zeit nach den Som­mer­fe­rien ver­schoben.

Aller­dings ist zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch nicht ein­schätz­bar, ab wann wir wie­der ge­nug Pla­nungs­si­cher­heit ha­ben, um neue Ter­mine fest­set­zen und Ver­an­stal­tun­gen pla­nen zu kön­nen. Da­her er­scheint ak­tu­ell auch kein neues Aka­de­mie­pro­gramm.

Einen bereits ver­ein­bar­ten Bei­trag wol­len wir Ihnen aber trotz aller Be­schrän­kun­gen der Ar­beit nicht vor­enthalten. Rabbi Stephen Fuchs er­läu­tert uns in einem Vi­deo die jü­di­sche Pes­sach­tra­dition.

Zur Bedie­nung: Zum Star­ten des Vi­deos fah­ren Sie mit der Maus auf das Video­feld und klicken auf das Sym­bol Startsymbol. Falls Sie den Ton nicht gut ver­ste­hen, kön­nen Sie den eng­li­schen Text hin­zu­schal­ten. Fah­ren Sie da­für mit der Maus auf das ge­star­te­te Vi­deo und klicken Sie auf das Sym­bol Untettitel. Eine Voll­bild­dar­stel­lung er­hal­ten Sie ent­spre­chend mit einem Klick auf das Symbol Vollbild an.

Wenn Sie mehr über Rabbi Fuchs er­fah­ren möch­ten oder über seine Aus­le­gung bib­li­scher Tex­te, dann em­pfeh­len wir:

Stephen Lewis Fuchs: „…und oft der erste Jude” –

Der Sohn eines Über­le­ben­den der Po­grom­nacht lehrt Holo­caust-Ge­schich­te in Deutsch­land
ISBN 978-1946124609.

Stephen Lewis Fuchs: „Was steckt für mich drin?” –

Wir ent­decken uns selbst in Er­zäh­lungen der Tora!
ISBN 978-3-9817459-0-0.

„Mutig einstehen für Menschenrechte –
eine Aufgabe für Christinnen und Christen”

Vortrag am 20. Januar 2020 von Bischöfin Kirsten Fehrs

Kommunikation! Mit die­ser Er­mun­te­rung und auch Er­mah­nung be­en­de­te Frau Bischöfin Kirs­ten Fehrs ihren gut be­such­ten Vor­trag „Mutig ein­ste­hen für die Men­schen­rech­te”, den sie am 20. Janu­ar in der Simon-Petrus Kir­che hielt. Ein­ge­la­den hat­te die Ev. Aka­de­mie in der Re­gi­on Als­ter­tal unter der Lei­tung von Pas­to­rin Mar­ti­na Ditt­krist im Rah­men des Aka­de­mie-Halb­jahres­pro­gramms Grund – Rechte • Frei – Räume. Mit einer Finis­sage und dem an­schließen­den Vor­trag en­de­te die ein­drück­liche Aus­stel­lung von Amnesty Inter­natio­nal zur All­ge­mei­nen Er­klä­rung der Men­schen­rech­te, die man im Kir­chen­raum und -vor­raum seit dem 5. Januar besich­ti­gen konnte.

Weshalb wir Mut brau­chen, um für Men­schen­rech­te ein­zu­ste­hen? Kön­nen wir nicht un­se­re Mei­nung sa­gen, Reli­gion aus­üben, rei­sen, uns infor­mieren? Sind Men­schen­rechte nicht selbst­ver­ständ­lich? Nein, eben nicht, Bischöfin Fehrs erinnert an Hass­mails und Mord­dro­hun­gen gegen liberal Den­ken­de, Kli­ma­schüt­zer, Un­ter­stüt­zer von Flüch­ten­den. Gott sei Dank gibt es auch Bot­schaf­ten des Frie­dens, wie das Frie­dens­licht der Pfad­finder, das wir uns am Hei­lig­abend wei­ter­rei­chen, Udo Lin­den­bergs Ein­ladung „Komm wir zieh′n in den Frie­den”, das nicht nur Ham­bur­ger Kin­der erreicht.

Der Wunsch nach Frie­den ist tief in uns. Doch alleine kommt der Frie­den nicht. Als ers­tes ist Wahr­neh­mung nö­tig, führte Kirsten Fehrs aus. Wahr­neh­mung zum Bei­spiel, was es bedeu­tet, als Woh­nungs­loser nach der Ge­mein­schafts­unter­brin­gung wieder eine eigene Woh­nung, ein Namens­schild, eine Klin­gel, einen Brief­kas­ten zu be­kom­men. Neben­sächlich­kei­ten? Nein: Aner­ken­nung als Rechts­person, Artikel 6. Der sozial Schwa­che hat Rech­te. Ihre Rea­li­sie­rung macht seine ihm als Eben­bild Got­tes ange­bo­rene Würde in seinem Leben nicht nur sicht­bar, sondern erst wirk­lich. Und auch in unse­rem.

Denn am Um­gang mit den sozial Schwa­chen zeigt sich, ob und wie wir Chris­ten die Gottes­eben­bild­lich­keit ernst neh­men, durch das Ein­ste­hen für die Men­schen­rech­te, genau die des Ob­dach­lo­sen, der Frau auf dem Schlauch­boot im Mit­tel­meer, der Kin­der. Die UN-Kinder­rechts­kon­ven­tion zum Bei­spiel ist in Deutsch­land noch immer nicht umge­setzt. Bischöfin Fehrs verwies mit dem Sozio­logen und Sozial­philo­sophen Hans Joas darauf, dass der Ent­ste­hung von Rech­ten immer schlimme Erfah­run­gen voraus­gingen, gerade auch bei der For­mu­lie­rung der All­ge­mei­nen Er­klä­rung der Men­schen­rechte und des Grund­geset­zes der Bun­des­repu­blik Deutsch­land.

Als Chris­ten stellen wir unser Leid unter das Kreuz, nur so, in der Er­in­ne­rung an Leid, kann eine neue Ge­rech­tig­keit ent­ste­hen, kön­nen wir für Men­schen­rech­te ein­ste­hen. Tu dei­nen Mund auf, steht bei Jesaia. Lange Zeit seien die Kir­chen den Men­schen­rech­ten ge­gen­über ab­leh­nend ein­ge­stellt gewe­sen. Doch seit die Men­schen­rechte in ihr Den­ken eige­zogen seien, lebten Chris­ten anders. Kom­mu­ni­ka­tion mit den un­ter­schied­li­chen ge­sell­schaft­li­chen Grup­pen, auch im inter­reli­giö­sen Dia­log, sei die jetzige Auf­gabe.

Bischöfin Fehrs berichtete von der Feier des Geburts­tags des Grund­geset­zes und ihrer Mode­ra­tion einer Tisch­ge­mein­schaft mit kontro­vers den­ken­den Men­schen. Es sei müh­sam und harte Arbeit gewe­sen, den Frie­den am Tisch zu er­hal­ten, aber mög­lich, eine Gesell­schaft habe viel­leicht auch Selbst­heilungs­kräfte. Die Men­schen zu fin­den, die sol­che posi­ti­ve Kräfte auf­wecken, dies sei Auf­gabe für uns Chris­ten. Reden, da­bleiben und zum Blei­ben und Kom­mu­ni­zie­ren er­mun­tern. Lasst uns reden, war die Bot­schaft unse­rer Bischöfin, die von den Zu­hö­rern im an­re­gen­den Nach­ge­spräch gerne auf­ge­grif­fen wurde und uns Mut macht, Grund­rechten Raum zu geben.

Marie Luise Lauterbach

Mehr zum Thema finden Sie im Internet:
Materialheft der Ev. Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema „Menschenrechte und Digitalisierung”,
#freiundgleich ist der Beitrag der EKD, damit Menschen ihre Rechte kennen,
Die EKD arbeitet auch mit im Forum Menschenrechte.

Die nächsten Termine:

21.10. — 19:00 Uhr
Über den Roman „Die Wurzeln des Lebens” von Richard Powers
Video-Konferenz mit dem Programm Zoom
5.11. — 19:00 Uhr
Video-Konferenz mit dem Programm Zoom
12. 11. — 19:00 Uhr
Über den Roman „Die Wurzel alles Guten” von Miika Nousiainen
Video-Konferenz mit dem Programm Zoom