Evangelische Akademie im Alstertal

Akademie­programm 1. Halbjahr 2019

Die Ver­anstal­tungen unserer Aka­de­mie ste­hen im 1. Halb­jahr 2019 unter der Jah­res­lo­sung:

„Suche Frieden und jage ihm nach!”

Seit dem Ende des einst alles über­schat­ten­den Ost-West-Kon­flikts in den 1980er Jahre er­leb­te mei­ne Gene­ra­tion fast ein wenig un­gläu­big, wie müh­sam er­reich­te regio­nale wie glo­bale Frie­dens­ord­nun­gen zu­sam­men­fie­len wie Kar­ten­häu­ser. Ein brand­gefähr­licher Kon­flikt­herd nach dem anderen brach auf. Wer hätte damals geglaubt, dass unter den Zeichen der Reli­gio­nen wieder Gewalt­orgien her­vor­brechen, dass blu­tige Macht­kämpfe in ehe­mali­gen Kolo­nial­gebie­ten und Sowjet­satel­liten ganze Kon­ti­nen­te in Un­ruhe bringen und die Aus­beu­tung von Boden­schät­zen und Men­schen immer neue be­waff­nete Kon­flik­te und Ver­trie­benen­ströme hervor­rufen? Dass Politik bei uns wieder so offen oder versteckt auf Gewalt hinaus­läuft?

Die Frage nach Frieden muss wohl in jeder Gene­ra­tion neu beant­wortet werden. Die Evan­ge­li­sche Aka­de­mie in der Region Alster­tal möchte helfen, Grund­lagen zu Frie­dens­bil­dung zu legen: Posi­tionen ver­ständ­lich machen, Diskus­sionen und Foren zur eige­nen Mei­nungs­bil­dung eröf­fnen, nach Frie­dens­quel­len for­schen. Natur­ge­mäß wird der Fokus auf den Bei­trag der Reli­gio­nen gelegt: Wie können sich die drei großen mono­theis­ti­schen Reli­gio­nen in einer frie­dens­stif­ten­den Form begeg­nen? So, wie es be­kennt­nis­haft vor dem Ein­gang der Simon-Petrus-Kirche geschieht, wo der Frie­dens­engel aus Kreuz, Halb­mond und David­stern im Boden einge­lassen ist? Haben wir mit der Bibel, in der es auch Stellen voller Gewalt gibt, ein Frie­dens­buch?

Heute ahnen wir, dass es nicht selbst­ver­ständ­lich ist, dass auch unsere Kinder ohne unmit­tel­bare Kriegs­erfah­rungen alt werden können. Allge­meine Frie­dens­bil­dung – auch unter uns – ist die Voraus­set­zung dafür.

Pastor Stephan Uter

 

Veranstaltungen

Sonntag, 17. 3., 19. 5., 2. 6. 2019
Predigtreihe

Predigt­reihe zum Thema „Was sagt die Bibel zum Frieden?”

Die bibli­sche Ge­schich­te ist von Krie­gen durch­zogen. Gott erscheint unter anderem auch als Kriegs­herr. Aber es zieht sich auch die Hoff­nung durch die Bibel, dass der Friede das letzte Wort haben soll.

1. Gottes­dienstSchalom: Frieden ist mehr als die Ab­we­sen­heit von Krieg
Predigerin:Susanne Bostelmann, Pastorin
Termin:Sonntag, 17. März 2019, 9:30 Uhr
Ort:Vicelinkirche, Saseler Markt 8
2. Gottes­dienstSchwerter zu Pflug­scharen
Prediger:Ursula Troestler, Pastorin
Termin:Sonntag, 19. Mai 2019, 10 Uhr
Ort:Lutherkirche Wellingsbüttel, Up de Worth 25
3. Gottes­dienst„…töte Mann und Frau, Kinder…!” (1. Sam. 15,3) – ist die Bibel ein Frie­dens­buch?
Prediger: Stephan Uter, Pastor
Termin:Sonntag, 2. Juni 2019, 11 Uhr
Ort:Philemon-Kirche, Poppenbütteler Weg 97
Donnerstag, 21. 3., Dienstag, 9. 4. und Mittwoch, 24. 4. 2019
Lite­ratur­ge­spräche

Gespräche über „Lite­ratur und Frieden”

Die Suche nach dem Frie­den ist ein mensch­liches Grund­be­dürf­nis. Wer möchte nicht in Frie­den leben, und wie schwer ist es seine Tage zu be­wäl­tigen, wenn der innere Frie­de fehlt. Die Sehn­sucht nach Frie­den treibt Men­schen zu Taten, die sie sich nicht zuge­traut hätten, zu guten oder auch eher pro­ble­ma­ti­schen Ent­schei­dun­gen. Lite­ratur kann davon be­richten.

Aber: „Lite­ratur ist unfried­lich!”, sagt Sieg­fried Lenz. Uns Leser soll sie nicht in erster Linie beru­higen, sondern Fragen an uns stellen, uns auf­wecken und unse­ren beque­men Frie­den stören. Die Lite­ratur­abende im März und April laden uns dieses Jahr ein, solche Bücher kennen zu lernen. Sie ordnen sich ein zwischen Roman, Auto­bio­gra­fie und Sach­buch und zeigen wahre Geschichte/n, so wahr, wie Erzählen in seiner Viel­falt sein kann. Herz­liche Ein­ladung!

Marie Luise Lauterbach
1. AbendDiane Ackermann: Die Frau des Zoo­direk­tors,
Jurek Becker: Jakob der Lügner,
David Safier: 28 Tage lang
Termin:Donnerstag, 21. März 2019 um 19:30 Uhr
Ort: Gemein­de­haus der Simon-Petrus-Kirche,
Harks­heider Straße 156
2. AbendUlla Hahn: Wir werden erwartet
Termin:Dienstag, 9. April 2019 um 19:30 Uhr
Ort: Gemein­de­haus der Simon-Petrus-Kirche,
Harks­heider Straße 156
3. AbendR. Neudeck: In uns allen steckt ein Flücht­ling,
Fabio Geda: Im Meer schwimmen Krokodile,
ein weiterer Lese­vor­schlag wird noch bekannt gegeben
Termin:Mittwoch, 24. April 2019 um 19:30 Uhr
Ort: Gemein­de­haus der Simon-Petrus-Kirche,
Harks­heider Straße 156
Donnerstag, 4. April 2019, 19:30 Uhr
Vortrag

Die Friedens­bewegung in der DDR

Silouette einer Friedenstaube

1978 hatte die SED das Pflicht­fach „Wehr­erzie­hung” an DDR-Schulen ein­ge­führt. Der Bund der Evange­li­schen Kir­chen in der DDR legte dagegen erfolg­los Wider­spruch ein und stellte ein Alter­nativ­pro­gramm „Erzie­hung zum Frieden” vor. Darauf­hin ent­stan­den in vie­len Kir­chen­ge­mein­den Frie­dens­ini­tia­ti­ven. Symbol dieser Frie­dens­bewe­gung war das Emblem „Schwerter zu Pflug­scharen” (Micha 4,3), ein Abbild der Bron­ze­skulp­tur von Jew­ge­ni Wik­to­ro­witsch Wuvtsche­titsch, das die Sowjet­union 1959 der UNO schenkte.

Dr. Marie Anne Subklew-Jeutners Vortrag mit an­schließen­der Dis­kus­sion beleuch­tet das En­ga­ge­ment und die Be­deu­tung der Frie­dens­bewe­gung in der DDR. Sie hat die Frie­dens­bewe­gung in der DDR miter­lebt und ge­stal­tet. Ihre Promo­tion ging über den Pankower Frie­dens­kreis 1981-1989. Sie ist heute wissen­schaft­liche Mit­arbei­terin in der Ar­beits­stelle „Theo­logie der Frie­dens­kirchen” in der Uni­versi­tät Hamburg.

Referentin:Dr. Marie Anne Subklew-Jeutner
Ort: Vicelin­kirche, Saseler Markt 8
Sa., 25. 5. 2019, 10 Uhr bis So., 26. 5. 2019, 12:30 Uhr
Wochenend­freizeit

Junge Akademie: Die Kinder­stadt des CVJM Ober­alster

Wir weisen auf eine Ver­anstal­tung des CVJM-Ober­alster hin: Alle zwei Monate über­nehmen Kinder zwischen 7 und 12 Jahren für ein Wochen­ende ein Gemein­dehaus in der Kir­chen­ge­meinde Pop­pen­büttel und gestal­ten ihre eigene Stadt. Das Wochen­ende im Mai wird sich rund um das Thema Frieden drehen. Es wird ver­schie­dene Räume geben, wo sich die Mäd­chen und Jungen auf­halten und ihre Stadt mit­ge­stal­ten können. Auf dem Markt­platz werden zum Bei­spiel span­nende Geschichten erzählt, und im Atelier kann sich jede/r ganz kreativ mit dem Thema aus­ein­ander­set­zen und neue Ideen entwickeln.

Die Kinder und das Team der Kinder­stadt über­nachten im Gemein­de­haus der Markt­kirche und besuchen am Sonntag gemein­sam den 11:00 Uhr Gottes­dienst.

Ort:Marktkirche Poppenbüttel, Poppenbüttler Markt 2
Kosten:7 €
Eine Anmel­dung ist erfor­der­lich unter www.cvjm-oberalster.de
Dienstag, 18. Juni 2019, 19:30 Uhr
Vortrag

Religion im Plural
Probleme und Heraus­forde­rungen des inter­reli­giö­sen Dia­logs

Zuneh­mende reli­giöse und kul­turel­le Plura­lisie­rung ist ein wesent­liches Merkmal mo­der­ner Gesell­schaf­ten – auch Ham­burg ist davon geprägt. Des­halb ist die Bereit­schaft und Fähig­keit zum inter­reli­giö­sen Dialog Vor­aus­set­zung und Not­wen­dig­keit für das Zusam­men­leben in dieser Stadt.

Bodenplattte Engel der Kulturen

Aber: Wie kann Dialog der Reli­gio­nen gelingen, wenn in den Tradi­tionen der drei mono­theis­ti­schen Reli­gionen (Judentum, Christentum, Islam) der Anspruch ver­tre­ten wird, dass nur in ihren jewei­ligen Über­lie­fe­rungen die Wahr­heit Gottes voll­ständig und letzt­gül­tig zum Aus­druck kommt?

Sind die mono­theis­ti­schen Reli­gio­nen aufgrund solcher abso­luten Heils­gewiss­heit beson­ders „anfällig” für eine Politik der Gewalt gegen andere Reli­gio­nen? Oder finden sich in ihren Tradi­tio­nen je eigene Poten­tiale, die Einzig­artig­keit der jewei­ligen Gottes­erfah­rung zu bewahren und sich zugleich auf die Heraus­forde­rung eines dialo­gischen Zusammen­lebens ange­sichts von Viel­falt und Diffe­renz einzu­lassen?

Diese Fragen, mit denen sich der Vortrag befassen wird, nehmen ein Anlie­gen der vor fünf Jahren vor der Simon-Petrus-Kirche verlegten Boden­intar­sie „Engel der Kulturen” auf.

Referent:Prof. Dr. Wolfram Weiße
Akademie der Welt­reli­gionen der Uni­versi­tät Hamburg
Ort:Gemeindehaus der Simon-Petrus-Kirche,
Harksheider Str. 156